Toskana

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Von Florenz kommend, fährt man gerne schnell daran vorbei, an Pistoia, einer unserer Perlen. Das Städtchen ist ein Bilderbuchbeispiel für eine „normale“ funktionierende Gemeinde, ohne die teilweise heftigen Auswüchse des Tourismus in der Toskana. Der Markt findet jeden Tag im kleinen Rahmen statt, gleich hinter der Taufkirche, dem Baptisterium, ein großer Markt füllt die Altstadt jeden Samstag und jeden zweiten Sonntag ein Antiquitätenmarkt. Rollstuhlfahrer können in Pistoia problemlos am Rand der Altstadt auf ausgewiesenen Parkplätzen halten, am besten  südlich des Doms ( s.a. der Artikel: Parken in italien’s Innenstädten). Das Tourismusbüo befindet sich unmittelbar neben dem Dom, da es sich in einem historischen Palast befindet ist nur bedingt barrierefrei, also besser die Pläne im Internet herunterladen und Google maps anwerfen. Tel. +39 057321622, www.pistoia.turismo.toscana.it , turismo.pistoia@commune.pistoia.it (Die Website wird gerade erneuert) Es macht schon Spass einach nur durch die Stadt zu rollen, ohne große Innenbesichtigungen. Der Dom ist im Rollstuhl befahrbar, der berühmte Silberaltar ist aber nur über drei Stufen zu erreichen, was ja noch lösbar wäre, müsste man nicht neuerdings die Tickets im Baptisterium lösen, dass nun so gar nicht barrierefrei ist. Als ich die Damen im Tourismusbüro darauf ansprach, versicherten sie mir, dass sie jederzeit dazu bereit sind die Tickets zu besorgen. Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen, egal ob positiv oder negativ. Das Ospedale del Ceppo mit seiner großartigen Terrakottafassade der Familie della Robbia liegt ein gutes Stück tiefer als das Viertel rund um den Dom San Zeno. Man kann allerdings mit dem Auto vorfahren, wenn der Berg zu steil ist. ,

Essen und Trinken wird in Pistoia groß geschrieben, Rund um den Markt gibt es etliche Restaurants und Kioske, die pistoiesische Spezialitäten anbieten. Wer Lust auf mehr hat kann auch in der Locanda del Capitano del Popolo Pistoia, Via die Stracceria, gleich zwischen Tourismusbüro und Markt lernen wie Pasta hergestellt wird. Tel+39057324785, barrierefrei und sehr gutes Essen.

Weiter südlich in den Bergen liegt der kleine Ort Vinci, der Geburtsort Leonardo da Vinci´s, dem sich das Dorf voll und ganz verschrieben hat. Das eigentliche, vermeintliche Geburtshaus liegt etwas ausserhalb des Ortes, in Richtung Nordosten auf der SP13 und dann rechts auf die Via di Anchiano abbiegen und noch einen guten Kilometer bis der Parkplatz links auftaucht. Das Geburtshaus selbst ist nicht barrierefrei, nur der weg zum Haus. Die fahrt ist toll und der kurze Weg zum Haus führt durch einen Olivenhain. Kurzer Abstecher lohnt sich, auch ohne Haus Zutritt. Zurück im Ort kann man unterhalb des Burgbergs parken oder hoch aufs Plateau, mit Ausweis natürlich, denn oben ist Fussgängerzone. In der Toskana mag an es offensichtlich wenn der Eintrittskartenverkauf am anderen Ende des Dorfes liegt…. aber der Weg dorthin ist rollstuhlgerecht und man hat den Dorfspaziergang schon halb hinter sich. Auch der Zugang zum Museum ist vorbildlich und man kommt mit dem Rolli in alle Räume. das ist genial und bietet nicht nur jede Menge Information rund um Leonardo´s Maschinen, sondern auch tolle Ausblicke über die Dächer von Vinci.  

Bilder von links nach rechts: weg zur Biglietteria, Platz vor der Biglietteria und Zugang zum Museum für alle mit eingeschränkter Mobilität.

Die kleine Bar, rechts vom Eingang, ist übrigens gerne bereit einen Tisch und die nötigen Stühle nach unten auf die Piazza zu verfrachten, wenn jemand dieTtreppen nicht gehen kann.

Einen Ausflug der anderen Art bietet Carrara mit seinen Marmorsteinbrüchen, die schon Michelangelo kannte. Einer dieser Steinbrüche ist unterirdisch und man kann ihn besuchen, an arbeitsfreien Tagen.

Der Steinbruch heißt Fantiscritti und ist ausgeschildert, meistens jedenfalls,  Die Firma heisst Marmotour, Piazzale Fantiscritti 84. Tel. +3903397657470 www.marmotour.com

Das Kartenhäuschen liegt gleich links, wenn man oben ankommt und ist reichlich mit bunten Plastikblumen dekoriert. Es gibt einen zweiten Veranstalter am Platz, dessen Jeeptour in den offenen Steinbruch fährt. Ich bin ein erklärteter Fan des Tunnebergbaus.                      

Es ist natürlich ein aktiver Marmorsteinbruch, mit allem Gerät, das auch auf der Führung erklärt wird, aber es hat auch etwas rohes, kunstvolles. Beide Fraktionen, die Techniker und die Kunstbegeisterten, wenn man nicht ohnehin beides ist, kommen auf ihre Kosten. Man wird mit den Autos hereingefahren und dann im Gelände herumgeführt, feucht- aber barrierefrei.

Da die Toskana groß ist und man unzählige solcher Orte findet werde ich diese kleine Berichtserie in lockerer Folge fortführen. Also bis bald- in der Toskana

 

 

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